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Einstellungen

Viele Verhaltensweisen von Certiflow lassen sich zur Laufzeit über Einstellungen steuern, ohne dass die Anwendung neu eingerichtet werden muss. Dazu gehören etwa die Zeitabstände von Erinnerungen, die Standard-Karenzzeit von Checklistenpunkten, Blindkopie-Adressen von Nachrichten oder Vorgaben für Formulare und den Chat. Jede Einstellung hat einen festen Schlüssel, zum Beispiel message.reminder.interval_days, einen Typ (etwa Text, Ganzzahl oder Ja/Nein) und einen Standardwert, der gilt, solange nichts anderes festgelegt ist.

Ein Wert lässt sich global festlegen, also für das gesamte System, oder für eine bestimmte Entität. Ein Wert an einer Entität gilt für diese und für alle Entitäten darunter, etwa die Bezugsquellen eines Lieferanten. Zusätzlich können Sie eigene Werte anlegen, die Sie in Ausdrücken lesen.

Die Seite ist nur für Administratoren zugänglich. Sie erreichen sie auf drei Wegen:

  • über die Kachel Einstellungen (Beschreibung „Globale und entitätsbezogene Konfiguration”) im Administrationsbereich,
  • über den Eintrag Einstellungen im Drei-Punkte-Menü auf der Seite einer Entität, etwa eines Lieferanten,
  • über den Button Einstellungen auf der Seite einer Entität unter Administration, Entitäten.

Die beiden letzten Wege öffnen dieselbe Seite mit der jeweiligen Entität bereits ausgewählt. Ein Button mit dem Namen der Entitätsart, zum Beispiel „Lieferant öffnen”, führt von dort zurück zur Entität.


Oben links wählen Sie, welche Werte angezeigt werden: die globalen oder die einer bestimmten Entität. In der Auswahl steht Global sowie eine Suche nach Entitäten, die nach Entitätsart gruppiert sind. Der in der Navigation gewählte Abschnitt und der Suchbegriff bleiben erhalten, wenn Sie zwischen der globalen Ansicht und einer Entität wechseln.

Über das Suchfeld filtern Sie die Liste. Die Suche durchsucht die Schlüsselnamen, ignoriert Groß- und Kleinschreibung und findet Schlüssel, die alle eingegebenen Wörter enthalten.

Neben der Liste gliedert eine Navigation die Einstellungen in Abschnitte. Hinter jedem Eintrag steht die Zahl der enthaltenen Schlüssel:

Abschnitt Bereiche
Alle Zeigt alle Einstellungen.
Systemeinstellungen Unternehmen, Entitäten, Entity-Portal, Checklistenpunkte, Formulare, Automatisierung, Chat, Benutzervorgaben
Nachrichten Erstanfragen, Erinnerungen, Sperrnachrichten, Entsperrnachrichten, Dokumentablehnungen, Kampagnen, Sonstige Nachrichten
Plugins Ein Bereich je installiertem Plugin
Andere Eigene Werte und, nur wenn es solche gibt, Unbekannte Schlüssel

Ein Abschnitt erscheint nur, wenn er Schlüssel enthält. In der Ansicht einer Entität fehlen deshalb Bereiche, in denen kein Schlüssel pro Entität gesetzt werden kann.

Der Bereich Automatisierung enthält den Hauptschalter für Automatisierungsregeln sowie die Grenzen der Läufe, etwa die Obergrenze für Aktionen, die Kontextgröße und die Freigabefrist. Die Standardwerte stehen unter Grenzen und Einstellungen.


In der globalen Ansicht zeigt jeder Bereich eine Tabelle mit folgenden Spalten:

Spalte Bedeutung
Konfigurations-Schlüssel Der Schlüssel der Einstellung. Neben vielen Schlüsseln steht ein Hilfesymbol mit einer Erklärung. Bei Schlüsseln, deren Änderung Schaden anrichten kann, steht stattdessen ein Warnsymbol.
Typ Der Datentyp des Wertes, etwa Text, Ganzzahl, Ja/Nein oder JSON.
Bereich Wo der Schlüssel gesetzt werden darf: Global oder Entität.
Globaler Wert Der gespeicherte globale Wert. Ist keiner gespeichert, steht dort Standard, bei eigenen Werten Nicht gesetzt.
Abweichungen Die Zahl der Werte, die an Entitäten gesetzt sind. Ein Klick auf die Zahl klappt die Zeile auf und zeigt alle gespeicherten Werte des Schlüssels mit Bereich, Wert und Aktionen.
Aktionen Die Schaltflächen zum Bearbeiten (siehe unten).

Die Spalten Typ und Bereich erscheinen nur in den Tabellen der Systemeinstellungen. Die Tabellen Eigene Werte und Unbekannte Schlüssel zeigen nur die übrigen Spalten.

Unter jedem gespeicherten Ausdruck steht der aufgelöste Wert, eingeleitet mit „=“. Bei einfachen Konstanten entfällt diese zweite Zeile.


Die Aktionen in einer Zeile richten sich danach, was möglich ist:

  • Globalen Wert bearbeiten erscheint, wenn ein globaler Wert gespeichert ist.
  • Wert hinzufügen legt einen Wert an, etwa für eine Entität. Bei Schlüsseln, die nur global gesetzt werden können und bereits einen Wert haben, fehlt diese Aktion.
  • Wert bearbeiten und Wert löschen gibt es bei jedem gespeicherten Einzelwert. Beim Löschen fragt der Dialog Konfigurationswert löschen nach, ob der Wert für den Schlüssel mit dem jeweiligen Geltungsbereich wirklich gelöscht werden soll. Nach dem Löschen gilt wieder der Wert, der sonst für die Entität maßgeblich ist, am Ende der Standardwert.

Der Dialog Wert hinzufügen bzw. Wert bearbeiten enthält folgende Felder:

  • Schlüssel, bei Schlüsseln mit Beschreibung mit einem Hilfesymbol,
  • Typ, wie vom Schlüssel vorgegeben,
  • Bereich: Bei einem Schlüssel, der pro Entität gesetzt werden darf, wählen Sie zwischen Global und Entität. Bei Entität folgt eine Suche über alle Entitätsarten.
  • Ausdruck (Pflichtfeld): der Wert selbst, siehe unten.

Gibt es für denselben Schlüssel und Bereich bereits einen Wert, weist der Dialog darauf hin, dass Speichern ihn ersetzt. Lehnt Certiflow den Wert ab, erscheint die Meldung im geöffneten Dialog.


Jeder Wert in den Einstellungen ist ein Ausdruck. Daraus ergeben sich einige Schreibregeln:

  • Text muss in Anführungszeichen stehen, zum Beispiel "mein Wert" und nicht mein Wert.
  • Zahlen und die Werte true und false schreiben Sie direkt.
  • JSON-Werte, etwa Bankverbindungen, Empfängerlisten oder erlaubte Chat-Werkzeuge, schreiben Sie als Text in einfachen Anführungszeichen, zum Beispiel '[{"address": "ContactEmail"}]'.

Der Dialog wertet den Ausdruck bereits beim Tippen aus und zeigt das Ergebnis. Passt das Ergebnis nicht zum Typ des Schlüssels, etwa "7 hours" bei einer Ganzzahl, wird der Ausdruck als ungültig markiert, und der Dialog lässt sich nicht speichern.

Bei Schlüsseln, die pro Entität gesetzt werden dürfen, kann ein Wert auch Daten des jeweils verarbeiteten Datensatzes lesen, etwa die Blindkopie-Adresse einer Nachricht. Der Dialog zeigt dafür „Wird vom Server gegen den verarbeiteten Datensatz aufgelöst.” an, statt ein Ergebnis zu berechnen, und erlaubt das Speichern. Ein solcher Wert lässt sich nur an einer Entität speichern. Als globaler Wert wird er als „Ungültiger Ausdruck” markiert.


Ein Wert an einer Entität gilt für diese Entität und für alle Entitäten darunter. Wenn Certiflow den Wert für eine Entität ermittelt, gilt diese Reihenfolge:

  1. der Wert an der Entität selbst,
  2. der Wert an der nächsten übergeordneten Entität, die einen Wert hat,
  3. der globale Wert,
  4. der Standardwert des Schlüssels.

Auf jedem Pfad nach oben gewinnt also der nächstgelegene Wert. Setzen zwei übergeordnete Entitäten unterschiedliche Werte, entsteht ein Konflikt. Die Entität darunter erhält dann keinen Wert und auch nicht den globalen Wert, sondern einen Fehler, bis Sie den Konflikt beheben, etwa indem Sie den Wert direkt an dieser Entität setzen.

Archivierte Entitäten und Entitäten, die auf eine Portalprüfung warten, werden dabei übersprungen, die Suche nach oben geht über sie hinaus weiter. Eine gelöste Verknüpfung wird nicht mehr berücksichtigt.


Wählen Sie oben links eine Entität aus, zeigt die Seite die Einstellungen, wie diese Entität sie sieht. Aufgeführt sind nur Schlüssel, die pro Entität gesetzt werden können, sowie alle eigenen Werte, die irgendwo gesetzt sind. Die Tabelle hat diese Spalten:

Spalte Bedeutung
Konfigurations-Schlüssel Der Schlüssel der Einstellung.
Wirksamer Wert Der Wert, den ein Ausdruck für diese Entität liest. Gilt kein Wert, steht dort Nicht gesetzt.
Quelle Woher der Wert stammt (siehe unten).
Aktionen Schaltflächen zum Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen.

In der Spalte Quelle steht:

  • bei einem an dieser Entität gesetzten Wert der Ausdruck selbst, mit den Aktionen Wert bearbeiten und Wert löschen,
  • Geerbt von gefolgt von der Entität, bei der der Wert gesetzt ist. Die Entität ist verlinkt.
  • Konflikt zwischen gefolgt von den beiden übergeordneten Entitäten, deren Werte sich widersprechen,
  • Globaler Wert, verlinkt auf die globale Ansicht,
  • Standard, wenn der Standardwert des Schlüssels gilt,
  • Nicht gesetzt bei eigenen Werten, die nirgends gesetzt sind.

Gibt es an der Entität noch keinen Wert, legen Sie ihn mit der Aktion zum Hinzufügen an (Tooltip Hier setzen). Ein Wert, der weiter oben gesetzt ist, wird dort geändert, wo er gesetzt ist, also über den Link in der Spalte Quelle.

Hängt ein Wert vom verarbeiteten Datensatz ab oder lässt er sich nicht auflösen, etwa wegen eines Konflikts, steht in der Spalte Wirksamer Wert der Hinweis „Hängt vom Datensatz ab oder lässt sich nicht auflösen”. Ein Fragezeichen erscheint dort, wenn die wirksamen Werte nicht ermittelt werden konnten.

Für eine archivierte Entität oder eine Entität, die auf eine Portalprüfung wartet, liest Certiflow keine Einstellungen. Die Seite zeigt dann einen Warnhinweis und keine wirksamen Werte.


Im Abschnitt Eigene Werte legen Sie frei benannte Werte an, die Sie in Ausdrücken lesen können, zum Beispiel eine Frist in Tagen, die in mehreren Regelsets und Karenzzeiten verwendet wird. Ändern Sie den Wert an einer Stelle, wirkt er überall dort, wo er gelesen wird.

Mit Eigenen Wert hinzufügen öffnen Sie den Dialog. Der Name steht hinter dem festen Präfix custom. und besteht aus Buchstaben (A bis Z, ohne Umlaute), Ziffern und dem Unterstrich, getrennt durch Punkte. Bindestriche sind nicht erlaubt. Ein Beispiel ist custom.grace_days. In der Ansicht einer Entität legt Eigenen Wert hinzufügen den Wert direkt für diese Entität an. Ein eigener Wert kann global oder pro Entität gesetzt werden und wird, wie jeder andere Wert, nach unten vererbt. Einen Standardwert gibt es nicht.

Der Wert muss eine Konstante sein, die ihren Typ behält, etwa 14, "Text", ["DE", "AT"] oder {"a": 1}. Rechnungen aus Konstanten wie 14 * 86400 sind ebenfalls möglich. Text braucht Anführungszeichen, und ein Ausdruck mit Variablen wird abgelehnt. Zeitpunkte und Zeitspannen lassen sich nicht speichern. Speichern Sie ein Datum stattdessen als Text und wandeln Sie es im lesenden Ausdruck mit timestamp(...) um. Der Dialog zeigt unter dem Ausdruck das Ergebnis und seinen Typ an.

Gelesen wird ein eigener Wert in Regelsets, Erfüllungstyp-Ausdrücken, Karenzzeit-Ausdrücken, Spezifikationsfiltern und den Platzhaltern von Kampagnen mit config["custom.<name>"]:

config["custom.grace_days"] != null ? config["custom.grace_days"] * 24 * 60 * 60 : 0

In der globalen Ansicht erscheint der Abschnitt Unbekannte Schlüssel, wenn noch Werte zu Schlüsseln gespeichert sind, die Certiflow nicht mehr kennt, etwa nach einer Aktualisierung. Diese Werte werden nur angezeigt. Nichts liest sie, und sie lassen sich weder ändern noch löschen.


Ein geänderter Wert wirkt ab der nächsten Verwendung. Liest ein gespeicherter Ausdruck eines Regelsets, eines Erfüllungstyps oder einer Karenzzeit den geänderten Wert, werden die Regelsets neu ausgewertet. Bei einem Wert an einer Entität betrifft das diese Entität und alle darunter, bei einem globalen Wert alle Entitäten. Die Neuauswertung läuft im Hintergrund.

Nicht neu berechnet werden die Karenzfristen bestehender Checklistenpunkte, denn sie werden einmal festgelegt, wenn der Punkt einer Entität zugewiesen wird. Ebenso bleiben bereits erzeugte Spezifikations-PDFs unverändert. Die Hintergründe zum Lesen von Einstellungen in Ausdrücken beschreibt die Referenz Ausdruck-Kontexte.