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Spezifikationsvorlage einrichten

Spezifikationsvorlagen bestimmen, wie aus den in Certiflow hinterlegten Attributwerten ein fertiges Dokument – etwa ein Produktdatenblatt oder eine Spezifikation – aufgebaut und als PDF erzeugt wird. Eine Vorlage legt für einen bestimmten Entitätstyp (z. B. Produkt) und eine bestimmte Zielgruppe fest, welche Inhalte in welcher Reihenfolge erscheinen.

Dieser Artikel beschreibt den vollständigen Ablauf von den Grundbausteinen bis zur fertigen Vorlage. Da eine Vorlage auf mehreren vorgelagerten Bausteinen aufbaut, werden diese zunächst einzeln erklärt und anschließend in der empfohlenen Reihenfolge zusammengeführt.


Eine Spezifikationsvorlage greift auf folgende Bausteine zurück, die alle im Admin-Panel verwaltet werden:

BausteinZweck
Zielgruppe und ZielgruppengruppeLegen fest, für welchen Adressatenkreis eine Vorlage und ihre Attribute bestimmt sind.
EinheitMaßeinheit für messbare Attribute (z. B. Kilogramm, Prozent).
AttributgruppeFasst verwandte Attribute zur übersichtlichen Gliederung zusammen.
AttributDas eigentliche Datenfeld, dessen Wert in der Vorlage angezeigt wird.
SpezifikationsvorlageSetzt die Inhalte zu einem druckbaren Dokument zusammen.

Zielgruppen beschreiben, für wen eine Spezifikation gedacht ist – beispielsweise für den internen Einkauf, für B2B-Kunden oder für Endkunden. Jede Zielgruppe gehört zu einer übergeordneten Zielgruppengruppe, die mehrere thematisch verwandte Zielgruppen bündelt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich sowohl Attributwerte als auch ganze Spezifikationsvorlagen je Zielgruppe unterscheiden können. So lässt sich für dasselbe Produkt eine strenge interne Spezifikation und eine separate Kundenspezifikation pflegen.

Zielgruppengruppe – Eingabefelder:

  • Name (Pflicht) – z. B. „Vertriebskanäle”.

Zielgruppe – Eingabefelder:

  • Name (Pflicht) – z. B. „B2C-Endkunden”.
  • Gruppe (Pflicht) – die übergeordnete Zielgruppengruppe, z. B. „Vertriebskanäle”.

Ein vollständiges Beispiel: Die Zielgruppengruppe „Vertriebskanäle” könnte die Zielgruppen „Einkauf (intern)”, „B2B-Kunden” und „B2C-Endkunden” enthalten.


Einheiten stellen die Maßeinheit für numerische Attribute bereit. Eine Einheit setzt sich aus folgenden Feldern zusammen:

  • Name (Pflicht) – die ausgeschriebene Bezeichnung.
  • Symbol (Pflicht) – die Kurzform.
  • Präfix (optional) – ein vorangestellter Zusatz.

In der Darstellung werden die Felder im Format „Präfix Name [Symbol]” zusammengesetzt. Zwei Beispiele:

  • Ohne Präfix: Name „Prozent”, Symbol „%” – wird als Prozent [%] dargestellt.
  • Mit Präfix: Für die Salmonellen-Detektion lässt sich eine Einheit mit Präfix „neg.”, Name „in 100” und Symbol „g” anlegen, sodass der Wert als neg. in 100 [g] („negativ in 100 g”) erscheint.

Eine Einheit lässt sich auch direkt beim Anlegen eines Attributs erstellen, ohne den Bereich zu wechseln.


Attributgruppen dienen der Gliederung: Sie fassen inhaltlich zusammengehörige Attribute zusammen (etwa „Transporteigenschaften” oder „Sicherheitshinweise”). Eingabefelder:

  • Name (Pflicht) – z. B. „Transporteigenschaften”.
  • Reihenfolge (Pflicht) – eine Zahl, die die Position der Gruppe in der Darstellung steuert.

Die Zuordnung eines Attributs zu einer Gruppe ist optional.


Attribute sind die benutzerdefinierten Datenfelder, deren Werte später in der Spezifikation erscheinen. Eine Beschreibung des Konzepts aus Anwendersicht findet sich im Artikel Attribute. Das Anlegen erfolgt in zwei Schritten.

Pflichtfelder:

  • Name (Pflicht) – die Bezeichnung des Attributs.
  • Entitätstyp (Pflicht, nach dem Anlegen nicht mehr änderbar) – der Entitätstyp, zu dem das Attribut gehört. (Im Web-UI aktuell als „Entitätsart” beschriftet.)
  • Benutzerschreibmodus (Pflicht) – legt fest, wer den Wert bearbeiten darf:
    • Alle – alle Benutzer dürfen den Wert ändern.
    • Admin – nur Administratoren dürfen den Wert ändern.
    • Niemals – der Wert kann nicht manuell geändert werden (z. B. weil er automatisch befüllt wird).
  • Datentyp (Pflicht, nach dem Anlegen nicht mehr änderbar) – die Art des Werts (siehe Tabelle unten).
  • Zielgruppe (Pflicht) – die Zielgruppengruppe, für die das Attribut relevant ist.
  • Beschreibung (Pflicht) – eine kurze Erläuterung des Attributs.

Optionale Felder:

  • Einheit – eine Maßeinheit, kann hier auch neu angelegt werden.
  • Attributgruppe – eine Gruppe zur Gliederung, kann hier auch neu angelegt werden.
  • Reihenfolge – eine Zahl zur Sortierung in Tabellen (Standardwert: 0).
DatentypBeschreibung
GanzzahlEine ganze Zahl ohne Nachkommastellen (z. B. eine Stückzahl).
DezimalzahlEine Zahl mit Nachkommastellen (z. B. ein Gewicht).
TextEin beliebiger Textwert.
Ja/NeinEin Wahrheitswert mit genau zwei Zuständen.
BereichEin Wertebereich, etwa zur Abbildung von Grenz- oder Toleranzwerten.
DateiEine hinterlegte Datei, beispielsweise ein Bild.

Da Entitätstyp und Datentyp später nicht mehr geändert werden können, sollten sie vor dem Speichern sorgfältig gewählt werden.


Sind die benötigten Bausteine vorhanden, wird die eigentliche Vorlage erstellt. Eingabefelder:

  • Name (Pflicht) – die Bezeichnung der Vorlage. Auch nachträglich änderbar.
  • Zielgruppe (Pflicht, nur beim Anlegen wählbar) – die Zielgruppe, für die das Dokument bestimmt ist.
  • Entitätstyp (Pflicht, nur beim Anlegen wählbar) – der Entitätstyp, für den die Vorlage gilt.

Zielgruppe und Entitätstyp sind nach dem Anlegen fixiert.

Nach dem Anlegen wird die Vorlage mit Einträgen befüllt. Jeder Eintrag bildet einen Inhaltsbaustein des späteren Dokuments ab. Allen Eintragstypen gemeinsam sind folgende Felder:

  • Typ (Pflicht) – die Art des Eintrags (siehe Tabelle).
  • Bedingung (optional, Standard: true) – ein Ausdruck, der steuert, ob der Eintrag im erzeugten Dokument erscheint. Ohne Bedingung wird der Eintrag immer angezeigt.
  • Reihenfolge – die Position des Eintrags. Beim Anlegen wird sie automatisch vergeben; über die Option Reihenfolge manuell setzen lässt sie sich auch von Hand festlegen.

Je nach gewähltem Typ kommen weitere Felder hinzu:

EintragstypZusätzliche Felder
TextDer anzuzeigende Textabsatz.
ÜberschriftDer Überschriftentext.
AbstandDie Höhe des Leerraums in Punkten.
Einzelnes AttributDas anzuzeigende Attribut.
AttributtabelleEine oder mehrere Attributzeilen sowie optional eine Beschriftung.
Attributtabelle (manuell)Die Tabellenstruktur als JSON sowie optional eine Beschriftung – für fortgeschrittene Anordnungen.
BildDie Bilddaten, der MIME-Typ sowie optional eine Beschriftung.

Mit Bedingungen lassen sich dynamische Vorlagen umsetzen – etwa ein Abschnitt, der nur bei bestimmten Produkteigenschaften ausgegeben wird. Hinweise zur Schreibweise solcher Bedingungen enthält der Artikel Ausdrücke (Zen Expressions).


Die folgende Reihenfolge stellt sicher, dass alle Voraussetzungen vorhanden sind, bevor sie benötigt werden:

  1. Zielgruppengruppen und Zielgruppen anlegen.
  2. Benötigte Einheiten anlegen.
  3. Attributgruppen zur Gliederung anlegen.
  4. Attribute anlegen und dabei Entitätstyp, Datentyp, Zielgruppe sowie ggf. Einheit und Attributgruppe festlegen.
  5. Spezifikationsvorlage anlegen und Zielgruppe sowie Entitätstyp wählen.
  6. Die Vorlage mit Einträgen befüllen und über die Reihenfolge in die gewünschte Form bringen.

Änderungen an einer Vorlage wirken sich auf künftig erzeugte Dokumente aus. Bereits erzeugte PDFs spiegeln den Stand der Vorlage zum Zeitpunkt ihrer Erstellung wider.